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Inklusion als Selbstverständlichkeit Erstellt von Maria Schwager |

Interview mit Susanne Schnoy über die FiP Kita.

Im Gespräch mit Susanne Schnoy (AWO Kindergarten „Buchenberg“ Erfurt) über die „Fachkräfteweiterbildung für inklusive Pädagogik im Bereich Kindertagesbetreuung (FiP Kita)“ 

Seit mehr als 20 Jahren organisiert das AWO Bildungswerk die Heilpädagogische Zusatzqualifikation (HPZ) für Fachkräfte aus Kindergärten. In den letzten fünf Jahren sind die Inhalte gewachsen und der Name hat sich verändert – hin zur „Fachkräfteweiterbildung für inklusive Pädagogik im Bereich Kindertagesbetreuung“.  

Der neue Titel spiegelt die Intention des Kurses deutlich besser wider. Denn in dieser Weiterbildung werden die Teilnehmer*innen kontinuierlich dazu angeregt, ihre Haltung hinsichtlich Inklusion und Teilhabe von Kindern (und Menschen im Allgemeinen) mit Entwicklungsbesonderheiten zu reflektieren. Der Fokus liegt nicht wie in der klassischen Heilpädagogik auf der Förderung von Kindern, um Defizite auszugleichen und eine Passung in Kindergarten und Gesellschaft herzustellen. Die FiP Kita bestärkt die Fachkräfte darin, konkrete Settings individuell zu gestalten, sodass JEDES Kind teilhaben und auf seine Art lernen und sich entwickeln kann. 

Maria Schwager, die seit zehn Jahren Dozent*innen und Teilnehmer*innen im Rahmen der FiP Kita eng begleitet, hat mit der Absolventin Susanne Schnoy über ihre Erfahrungen in und nach dem Kurs gesprochen.  

Liebe Susi, was magst du uns grundsätzlich über dich und deine Arbeit erzählen? 

Ich heiße Susanne Schnoy, bin 36 Jahre jung und arbeite als Erzieherin in dem integrativen AWO Kindergarten „Buchenberg“ in Erfurt. Wir arbeiten mit Kindern zwischen zwei bis sechs Jahren nach dem offenen Konzept und nutzen im gesamten Haus Funktionsräume. 

Warum hast du dich für diese Weiterbildung angemeldet? 

Weil ich die Kinder mit Unterstützungsbedarf besser begleiten wollte. Wobei ich damals noch nicht Kinder mit Unterstützungsbedarf, sondern Förderkinder oder Kinder mit Behinderung gesagt habe. Heute spreche ich vom Unterstützungsbedarf, weil bei mir ein Umdenken stattgefunden hat und ich den Schwerpunkt nicht mehr auf „heilen“ lege, sondern auf Unterstützung im Alltag. 

Wie waren deine Erfahrungen im Kursverlauf? 

Ich habe sehr gute Erfahrungen in der Weiterbildung gemacht. Die Teilnehmerinnen haben gut zusammengepasst und der Kurs war insgesamt sehr stimmig – vom Beginn des Grundkurses bis zum Ende des Aufbaukurses. Auch wenn es mir viel gebracht hat: die Herausforderung bestand darin, dem Anspruch des Kurses gerecht zu werden und die gestellten Transferaufgaben in den beruflichen wie familiären Alltag einzubauen. 

Würdest du die Weiterbildung anderen Fachkräften empfehlen? 

Ein großes Ja! Ja, weil es den Blick auf die pädagogische Arbeit, die Kinder und auch auf die Kolleg*innen schärft. Und vor allem, weil es den Kindern total viel bringt. Sie profitieren davon, dass sich mein Blick geändert hat und ich die Settings für die Kinder so aufbereite, dass ALLE gemeinsam daran teilhaben können. 

Welchen Nutzen ziehst du im Alltag aus der Qualifizierung? 

Für mich ist es eine weitere Qualifizierung, die ich erfolgreich abgeschlossen habe. Und ganz ehrlich: ich verdiene dadurch mehr und es sieht gut im Lebenslauf aus. Ich habe an meiner Arbeit nie gezweifelt und auch immer gedacht, dass ich alles „richtig mache“. Aber: durch die Weiterbildung ist mir bewusstgeworden, dass noch viel mehr möglich ist. 

Kannst du erklären, was du mit „mehr möglich“ meinst? 

Das Aufbereiten der Settings dahingehend, dass ich nicht mehr vom Kind erwarte, dass es sich anpasst, sondern ich die Rahmenbedingungen ändere, damit das Kind – in seiner Individualität und mit all seinen Facetten – teilhaben und lernen kann. Wir gestalten das Setting mit allen Kindern zusammen und so hat jedes Kind viel mehr Möglichkeiten der Mitbestimmung. 

Und nun hast du noch das Schlusswort. 

Aus meiner Sicht sollte es „integrative Kindergärten“ bzw. Kindergärten, die den Zusatz „integrativ“ im Namen tragen, nicht mehr geben. Mein Wunsch wäre, dass alle Einrichtungen die gleichen Rahmenbedingungen für Kinder mit Unterstützungsbedarf schaffen, sodass Inklusion selbstverständlich wird. Das setzt natürlich voraus, dass das Personal in den einzelnen Kindergärten mehr ausgebildet wird. Dieses Umdenken habe ich auch in der Weiterbildung feststellen können: von der Heilpädagogischen Zusatzqualifikation zur Fachkraft für inklusive Pädagogik. 


Für den Herbst dieses Jahres ist der Start eines neuen Grundkurses in Erfurt geplant. So haben weitere Fachkräfte die Möglichkeit, an der FiP Kita teilzunehmen, die gleichen wertvollen Erfahrungen wie Susanne Schnoy zu sammeln und fachlich wie persönlich zu wachsen. Darüber hinaus befähigt bereits der Grundkurs die Teilnehmer*innen zur Erbringung der Leistungen nach BLT 2.1 und BLT 2.1a. 

 

Ihre Ansprechpartnerin:  

Grundkurs „Fachkräfteweiterbildung für inklusive Pädagogik im Bereich Kindertagesbetreuung“ (FiP Kita – vormals HPZ)“ ab Herbst 2022 in Erfurt  

 

Maria Schwager 

0361 511 509-28 

maria.schwager@awobildungswerk.de  

 

 

 

Susanne Schnoy (AWO Kindergarten "Buchenberg" Erfurt)
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